Selbstdarstellung

"...und schwupps ist es passiert! Ruckzuck hast du den Knüppel in der Fresse, den Arm auf den Rücken gedreht und schon geht es mit Lalülala auf die Bullenwache. Vielleicht spürst du aber auch nur, wie sich sanft - aber bestimmt - der Arm des Gesetzes auf deine Schulter legt und zum Türmen ist die Zeit nicht angetan.."

So beginnt der Trailer unserer Radiosendung 'KEINE PANIK'. Hier wird ziemlich genau der Punkt beschrieben, wo die Arbeit der Bunten Hilfe beginnt. Bei Demonstrationen und Aktionen von linken Initiativen bilden wir so genannte Ermittlungsausschüsse, die sich um Verhaftete kümmern, bei Bedarf RechtsanwältInnen organisieren und Gefangene wenn nötig auch mal im Knast besuchen. Dies tun wir sowohl auf regionaler Ebene (z.B. bei Antifa-Demos, Hausbesetzungen,...) als auch bei Großereignissen (Grenzcamps, IWF- oder G8-Gipfeln,...).

Natürlich betreuen wir Angeklagte auch während der polizeilichen oder staatsanwältlichen Ermittlungen. Dabei steht neben der sozialen besonders die politische Beratung (Umgang mit der Justiz, Prozessführung...) im Vordergrund. Dabei ist es uns egal, ob Gewaltfreie oder Militante zu uns kommen, wir sind für das gesamte linke Spektrum da. Häufig können wir auch Zuschüsse für anfallende RechtsanwältInnen- oder Gerichtskosten leisten. Dazu sammeln wir das nötige Kleingeld (über ein paar mehr Spenden würden wir uns schon freuen).

Eine weitere Aufgabe der Bunten Hilfe ist es, die Menschen, die bereit sind, widerstand zu leisten, auf den zu erwartenden Umgang der Staatsschutzapparate mit ihren GegnerInnen vorzubereiten. Dies geschieht in der Regel auf Vorbereitungstreffen, wo wir Tipps zum Verhalten vor, während und nach der Demo/Aktion geben. Auf Anfrage machen wir auch Veranstaltungen, auf denen der Umgang mit Repression problematisiert wird. Und auch Menschen aus der Szene, die als Spitzel geworben werden sollen, bieten wir Hilfe an.

Da der Repressionsapparat ein zentrales Instrument zur Aufrechterhaltung des herrschenden Systems ist, ist es unsere Aufgabe, über den engeren Bereich der Repression hinaus zu informieren und Zusammenhänge herzustellen; das geht von Stammheim über Maastricht-Europa bis hin zu den neuen Antiterrorgesetzen gegen nichtdeutsche MitbürgerInnen. Die Vermittlung läuft über Veranstaltungsreihen oder Radiosendungen.

Dies alles machen wir bereits seit 1981 und werden so lange weiter machen müssen, bis eine bessere Welt da ist.

Anti AKW Reihe: Widerstand bis heute im Wendland – Haut ab!

19.07.2016 Widerstand im Wendland „Haut ab“ (1997)

20 Uhr im TTZ (Softwarecenter 3), im Anschluss an den Film Gespräch mit einem Zeitzeugen

Widerstand bis heute im Wendland – Haut ab! (1997):

Einen ersten Höhepunkt erreichte der Widerstand im Wendland im Kampf gegen das geplante Atommüll-Endlager mit der Besetzung des Bauplatzes und der Ausrufung der freien Republik Wendland im Jahre 1980. Hier sollte das Atomklo des Westens entstehen und die Entsorgungsfrage mit einem umfassenden Konzept aus Endlager, Zwischenlager und Konditionierungsanlage „gelöst“ werden. Eine neue Phase der Mobilisierung wurde aber gerade durch den Verzicht auf die WAA in Wackersdorf dann in den 1990er Jahren eingleitet. In den Abkommen mit den Anlagen in Le Hague und Sellafield musste der aufbereitete Atommüll wieder zurückgenommen werden. Als Zwischenlager wurde der Standort Gorleben bestimmt, die Mobilisierung gegen die dafür notwendigen Castortransporte begann. Seit dieser Zeit konzentriert sich der Anti-AKW-Kampf auf die größte Schwachstelle des Atomkonzeptes, auf die Entsorgungsfrage.
Das Blockierungskonzept gegen die inzwischen 14 Transporte hat u.a. auch zum Ziel, die politischen und materiellen Kosten immer weiter in die Höhe zu treiben.

In dem sehenswerten Film „Haut ab!“ von Roswitha und Gerhard Ziegler von der Wendländischen Filmkooperative aus dem Jahr 1997 wir der Begriff Widerstand sehr facettenreich thematisiert. Widerstand ist Ausbrechen aus der Norm, ist Maulwurfsarbeit, ist was Gewachsenes.
Als Zeitzeuge berichtet uns der langjährige Umweltaktivist Daniel Manwire.

Anti AKW Reihe: Militanz in Wackersdorf: „Spaltprozesse“

28.06.2016 Militanz in Wackersdorf: „Spaltprozesse“ (1987)
20 Uhr im TTZ (Softwarecenter 3), im Anschluss an den Film Gespräch mit einem Zeitzeugen

Militante Auseinandersetzungen in Wackersdorf: „Spaltprozesse“ (1987)

Zehn Jahre später wurde im oberpfälzischen Wackersdorf gegen den Bau der zentralen Wiederaufbereitungsanlage (WAA) für abgebrannte Brennstäbe aus Kernreaktoren in Deutschland gekämpft. Es kam auch zu militantem Widerstand, wobei sich die Polizei über die wachsende Solidarisierung der Einheimischen, deren Rechte immer weiter eingeschränkt wurden, mit den auswärtigen Atomkraftgegner*innen beklagte.
Die Worte „Besetzung“ und „Bürgerkrieg“ wurden zur Schilderung der Situation in der Presse populär, zumal das Ende der 1970er Jahre erschienene Buch „Der Atomstaat“ von Robert Jungk eine solche Entwicklung prognostiziert hatte. Von 1985 bis 1989 gehörten Demonstrationsverbote, Hausdurchsuchungen, Umstellung von Dörfern, Verhaftungen sowie der Einsatz großer Polizeiverbände aus dem gesamten Bundesgebiet sowie des Bundesgrenzschutzes zur politischen Szenerie in der Region.
Ende 1986 wurde das letzte umkämpfte AKW (Brokdorf) in Betrieb genommen und die bundesdeutche Anti-AKW-Bewegung fand in der sogenannten Entsorgungsfrage des Atommülls ihren entscheidenden Kristallisationspunkt. Neben den begründeten Sicherheitsrisiken beim Umgang mit dem Atomabfall thematisierte die Bewegung beim Bau der WAA auch die Möglichkeit der Erzeugung von spaltbarem Material für Atomwaffen.

Der mehrfach ausgezeichnete Film „Spaltprozesse“ von Claus Strigel und Betrram Verhaag von 1987 zeigt sehr anschaulich die mit dem Bau der WAA verknüpften Entwicklungen bei den engagierten Teilen der ansässigen Bevölkerung. Die zunehmende Radikalisierung des Widerstands im Laufe der von der Staatsseite eskalierten Auseinandersetzung und der Festigung der Solidarität aller Beteiligten, seien sie aus der Oberpfalz oder aus den restlichen Gebieten der Republik.
Als Zeitzeuge begleitet uns ein langjähriges Mitglied der Marburger Anti-AKW-Initiative BigAM.

Anti AKW Reihe: Die Anfänge in Wyhl: „Lieber heute aktiv – als morgen radioaktiv“

Ihren Anfang nahm die Bewegung Anfang der 1970er Jahre in der Region Unterelbe und im sogenannten Dreyeckland – im Oberrheintal in Südbaden und im Elsass. Gleich drei Projekte wollten dort von einer sich international verstehenden Betroffenenbewegung verhindert werden:

Filmreihe zum AKW-Widerstand

14.06.2016 Die Anfänge in Wyhl: „Lieber heute aktiv als morgen radioaktiv“ (1976)
28.06.2016 Militanz in Wackersdorf: „Spaltprozesse“ (1987)
19.07.2016 Widerstand im Wendland „Haut ab“ (1997)

jeweils 20 Uhr im TTZ (Softwarecenter 3), im Anschluss an die Filme Gespräche mit Zeitzeugen

Der GAU im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl jährte sich im April 2016 zum 30. Mal. Folge dieser menschlich gemachten Katastrophe waren tausende Krebsopfer, tausende Quadratkilometer unbewohnbares Gelände und die Verbreitung gewaltiger Mengen radioaktiven Materials über fast ganz Europa. Noch heute hat die ukrainische Bevölkerung unter dieser Havarie zu leiden.

Im Rahmen einer kleinen Filmreihe und anschließenden Gesprächen mit Zeitzeug*innen möchten wir eine Bewegung vorstellen und würdigen, der es durch Hartnäckigkeit, langen Atem und das Zusammenwirken ganz unterschiedlicher Akteur*innen gelungen ist, einer lebensverachtenden Technologie das Aus zu bereiten: Der Atomkraft.

Verdeckte Ermittler*innen in unseren politischen Zusammenhängen - was tun?

Verdeckte Ermittler*innen sind Polizeibeamt*innen, die für einen mehr oder weniger konkreten Ermittlungsauftrag in politische Zusammenhänge 'eingeschleust' werden. Im November 2014 wurde in Hamburg die verdeckte Ermittlerin Iris Plate alias 'Iris Schneider' enttarnt, kurz darauf Maria Böhmichen alias 'Maria Block'.
Beide bauten sehr enge, auch persönliche Kontakte zu links-politisch aktiven Menschen auf. Die Tatsache, dass vermeintliche Freund*innen in Wahrheit Polizist*innen sind, führt neben großer Enttäuschung und Verunsicherung auch zu der Frage, wie man sich in einem solchen Fall verhalten soll.

Wir haben zwei Hamburger Genoss*innen eingeladen, die sich intensiv mit dem Thema "Spitzel" auseinandergesetzt haben.

19.05.2016, 20:30 Uhr
Café am Grün

Infoveranstaltung zum Breite-Straße-Prozess in Hamburg

Seit Monaten findet in Hamburg ein aufgeblasener Prozess gegen sechs Menschen statt, denen vorgeworfen wird, ein Haus besetzt und militant verteidigt zu haben. Sie sind angeklagt wegen Hausfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion.
Drei Angeklagte saßen bereits monatelang in Untersuchungshaft, weil ihnen zusätzlich versuchter Totschlag vorgeworfen wird.

Wir haben Prozessbeobachter*innen aus Hamburg eingeladen, die uns über den Verlauf und den Stand des Verfahrens berichten werden:

10.05.2016, 20:30 Uhr
Café am Grün

Aktuelles

Repression in Marburg
Vom Fingerabdruck zur DNA-Analyse

Am 16.07.2014 gab es in Marburg eine Hausdurchsuchung.

Anlass dazu war laut Staatsschutz eine Outingaktion der Kampagne Wälder. Wiesen. Neonazis., welche den Rechtsanwalt Eike Erdel als Nazianwalt bezeichnet und diese Kategorisierung in einem mehrseitigen Text herleitet [vgl. https://linksunten.indymedia.org/en/node/97014].

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